Liebe*r {name},

es ist Frühling und da sich in den letzten Monaten einiges verändert hat, gibt es nun einen Newsletter, um von allen Neuigkeiten zu berichten.

Neuer Fokus

Einige mögen sich schon gefragt haben, warum wir seit Längerem kein neues Projekt in Serbien oder Bosnien gestartet haben. Das hat verschiedene Gründe, die mit unseren Ansprüchen an ein Projekt und mit der veränderten Lage vor Ort zu tun haben. Wir haben uns weiterentwickelt und sind nun an dem Punkt, vorerst für kein vergleichbares Projekt verantwortlich sein zu wollen. Dennoch bleiben wir unserem Fokus treu und werden weiterhin Menschen auf der Flucht unterstützen. Aber anstelle von humanitären Projekten liegt unser Fokus in nächster Zeit vor allem auf politischer Einflussnahme, Mitgestaltung des gesellschaftlichen Diskurses und Sichtbarmachen von Menschenrechtsverletzungen. Ausführlicher liest du dazu etwas auf unserem Blog.
Zu unserem neuen Fokus gehört auch, dass unser Arbeitskreis Politische Bildungsarbeit in Zukunft wieder verstärkt Workshops und Projekttage an Schulen durchführen möchte und sich vom 26. – 28. April in Göttingen zur Vorbereitung und Koordination für ein Arbeitswochenende trifft. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!  


Sprinterverkauf

Eine Ära ist zu Ende gegangen! Wir trennten uns von unserem geliebten Sprinter, der unser Duschsystem Tag für Tag durch die Gegend fuhr, viele Tonne Wasser transportierte und stets im Einsatz für humanitäre Projekte war. Letzteres war unser Versprechen, als wir Anfang 2017 die Spendenkampagne zur Finanzierung starteten. Bis Dezember letzten Jahres war der Sprinter noch im Einsatz für die spanische Organisation Escuela con Alma in Subotica, und brachte danach bis Ende Januar zwei Sachspendentransporte an ihr Ziel. Da wir in nächster Zukunft kein Projekt planen, für das wir ein Auto brauchen, verkauften wir den Sprinter.   


Ausflug nach Brüssel

Unser Watchdog-Netzwerk Border Violence Monitoring (BVM) traf sich in Brüssel mit EU-Parlamentsmitgliedern, um über die Situation der Menschenrechtsverletzung an den EU-Außengrenzen zu informieren und Möglichkeiten auszuloten, auf EU-politischer Ebene etwas zu verändern. Auf längere Sicht planen wir zwei feste Stellen zu finanzieren, welche diese Aufgaben noch umfassender übernehmen können, da der Arbeitsaufwand mittlerweile kaum noch ehrenamtlich getragen werden kann. Feste Stellen haben den Vorteil, kontinuierlich Druck auszuüben und sich als Akteur zu etablieren. Um dies zu ermöglichen, sind wir gerade dabei, uns mit anderen Gruppen zusammenzuschließen, denn gemeinsam agiert man stärker als allein. Was es außerdem noch dafür braucht, sind finanzielle Mittel. Eine Fördermitgliedschaft oder eine einmalige Spende helfen uns, unsere Arbeit fortzuführen!


Mitgliederversammlung

Anfang März trafen sich 19 Rigardus in Könnern zur jährlichen Mitgliederversammlung. Neben der Anpassung von Satzung und Ordnungen an die Entwicklung unserer Vereinsarbeit und Arbeitsphasen wurde auch ein neuer Vorstand gewählt. Lea, Kristian und Flo wurden von Agnes, Valentin und Mieke abgelöst. Das nächste Rigardu-Treffen wird vom 16. – 19. Mai stattfinden.


Was uns bewegt

Wie gefährlich ist der Weg nach Europa? Dass laut UNHCR in 2019 bereits 282 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind, ist erschreckend. Ebenso fordert die sogenannte „Balkanroute“ mittlerweile viele Tote. Die Sicherung der EU-Außengrenzen verhindert nicht die Versuche, in die EU einzureisen, sondern erhöht die Risikobereitschaft der Menschen, die sie häufig in Lebensgefahr bringt. 
Die ARD hat nach Todesfällen in den letzten Jahren recherchiert und veröffentlichte bis zum 25.3. jeden Tag die Geschichten über #balkantote. „Mindestens 170 Menschen kamen seit Juli 2013 auf der sogenannten Balkanroute ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.“, sagt die ARD in ihrem Bericht. Die Recherche versucht, die einzelnen Schicksale hinter den Toten zu rekonstruieren, um aus einer gesichtslosen Zahl ein Schicksal zu machen, das so vielen auf der Route nach Europa widerfahren könnte.


Du siehst, es passierte viel in unserem Verein in den letzten Monaten! Wir freuen uns auf die kommende Zeit und die Entwicklungen, die sie mit sich bringt.

Bis dahin,
Deine Rigardus
Rigardu e.V.
Nikolaikirchhof 10
37073 Göttingen
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